Yojimbo – Der Leibwächter

Yojimbo

Japan 1961

Deutscher Titel: Yojimbo – Der Leibwächter

Länge: 106 Minuten

Regie: Akira Kurosawa

Drehbuch: Ryuzo Kikushima, Akira Kurosawa

Produktion: Akira Kurosawa

Musik: Masaru Sato

Kamera: Kazuo Miyagawa

Schnitt: Akira Kurosawa

Besetzung: Toshiro Mifune (Sanjuro Kuwabatake), Tatsuya Nakadai (Unosuke), Yoko Tsukasa (Nui), Isuzu Yamada (Orin), Daisuke Kato (Inokichi), Atsushi Watanabe (Bestatter).

Anmerkung: Japan 1860: Ein Rōnin kommt in ein Dorf, in dem zwei rivalisierende Unternehmer, die Ushi-Tora und die Seibei, mittels Schlägerbanden um die Vorherrschaft kämpfen. Er quartiert sich im örtlichen Wirtshaus ein und beobachtet die Situation. Schließlich fasst er den listigen wie eigennützigen Plan, die Banden gegeneinander auszuspielen, mit dem Ziel, dass sie sich gegenseitig töten. Er besiegt drei Mitglieder der Ushi-Tora in einem offenen Kampf und bietet anschließend seine Dienste den Seibei an. Im Verlauf des Filmes wechselt er dann jedoch immer wieder die Seiten, da beide Banden von seiner Stärke profitieren und mit ihm die Rivalen besiegen wollen. Nur Unosuke, der Bruder des Anführers der Ushi-Tora, der erst später hinzukommt, misstraut dem Rōnin. Von einer Reise hat er einen Revolver mitgebracht, der ihm und seiner Bande gegenüber den mit Schwertern ausgestatteten Rivalen einen deutlichen Vorteil verschafft. Die Ushi-Tora können den Rōnin gefangen nehmen und die Seibei besiegen. Im Verlauf dieses Kampfes kann sich der Rōnin befreien und Unosuke und die Ushi-Tora im finalen Kampf besiegen. – Eine wichtige Quelle für diesen enorm einflussreichen chambara-Klassiker war der 1942 gedrehte Film noir-Klassiker The Glass Key / Der gläserne Schlüssel von Stuart Heisler, eine Adaption von Dashiell Hammetts 1931 veröffentlichtem Roman. Insbesondere die Szene, in der der Held von den Gangstern gefangen genommen und gefoltert wird, bevor er schließlich entkommt, kopiert das amerikanische Vorbild einstellungsgetreu. Die Handlung jedoch basiert auf einem anderen Hammett-Roman, seinem Debüt „Red Harvest“ (1929), in dem ein Privatdetektiv eine korrupte Stadt von rivalisierenden Gangsterbanden ‚reinigt’. Schon in der Eingangssequenz demontiert Kurosawa den Mythos des aufrechten (Samurai)Helden: Wir sehen bildfüllend den Rücken Mifunes, der sich am Kopf kratzt (wie in Rashomon ein Zeichen mangelnder Hygiene – Juckreiz durch Flohbefall). Er wirft eine Münze, als er an eine Weggabelung kommt. Er präsentiert sich durchweg als ambivalenter Charakter, mal hilfsbereit, gerecht und nobel im Sinne des bushido, mal zynisch, hinterlistig und grausam. Der Film suggeriert, dass in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, der Mensch des anderen Menschen Wolf sein muss. Der Hund mit der abgetrennten Hand in der Schnauze zu Beginn lässt keinen Zweifel daran. Wie in Hammetts Vorlage ist der Held hier namenlos. Nach seinem Namen gefragt, bezieht er sich auf die Maulbeerbüsche, die er zuvor gesehen hat („Kuwabatake“). Sergio Leone inszenierte Yojimbo 1964 als Eurowestern Für eine Handvoll Dollar nach, mit dem Clint Eastwood den Typus des Revolverhelden ohne Namen im westlichen Kino etablierte. Kurosawa klagte erfolgreich seine Urheberschaft bei diesem Remake ein und wurde daraufhin an den Einnahmen beteiligt.

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