Die sieben Samurai

Shichinin no samurai

Japan 1954

Deutscher Titel: Die sieben Samurai

Länge: 207 Minuten, Deutsche Länge: 167 Minuten

Regie: Akira Kurosawa

Drehbuch: Akira Kurosawa, Shinobu Hashimoto, Hideo Oguni

Produktion: Sojiro Motoki

Musik: Fumio Hayasaka

Kamera: Asakazu Nakai

Schnitt: Akira Kurosawa

Besetzung: Takashi Shimura (Kambei Shimada), Toshiro Mifune (Kikuchiyo), Yoshio Inaba (Gorobei Katayama), Seiji Miyaguchi (Kyuzo), Minoru Chiaki (Heihachi Hayashida), Daisuke Kato (Shichiroji), Isao Kimura (Katsuhiro).

Anmerkung: Japan 1587: Ein kleines Bauerndorf wird jährlich von Banditen überfallen, die die mühsame Ernte ausplündern. Kurz bevor die nächste Ernte reif ist, entschließen sich die Bauern, Samurai zur Verteidigung anzuheuern, denn der Dorfälteste erinnert sich daran, dass er eine vergleichbare Situation bereits erlebt hatte: Als sein Heimatdorf von Banditen geplündert wurde, floh er; bei seiner Flucht passierte er ein Dorf, das unversehrt geblieben war, da die Dorfbewohner Samurai engagiert hatten.Die Bauern können die Samurai lediglich mit Verpflegung entlohnen, daher sind einige skeptisch und glauben, dass die Samurai zu stolz sind, um für diese Art von Lohn zu kämpfen. Daraufhin entgegnet der Dorfälteste, man müsse nur Samuari finden, die arm und hungrig genug seien: „Sogar der Bär verlässt seine Höhle, wenn der Hunger ihn treibt.“In mühevoller Suche finden sie sieben Kämpfer: den alternden Samurai Kambei, Katsuhiro, Heihachi, Gorobei, Shichiroji, Kyuzo und Kikuchiyo. Diese kämpfen für das Dorf, bilden die Bauern an improvisierten Waffen aus und besiegen am Ende die Banditen. Allerdings verlieren vier der Samurai ihr Leben bei diesem Kampf. – Kurosawas erster jidai-geki seit Die Männer, die dem Tiger auf den Schwanz traten, und zugleich seiner erster ernsthafter Historienfilm seit Die Legende vom großen Judo, gliedert sich in drei Teile: das Anwerben der sieben Samurai, die Vorbereitungen auf den Kampf gegen die Banditen und schließlich den finalen Kampf im Regen. Im ersten Teil werden alle Samurai in beispielhaften Momenten etabliert und erhalten so einen stark individualisierten Charakter. Dadurch ist das Verhältnis zum bushido ambivalent. Kurosawa plante ursprünglich einen Film über einen einzigen Tag im Leben eines Samurai, doch als er die Geschichte von den Bauern in Not hörte, schien ihm dies ein geeigneterer Stoff. Im Grunde gibt es in diesem Film sechs Samurai und einen inoffiziellen Anwärter (Mifune), der vermutlich selbst Bauernsohn ist und wenig vom Verhaltenskodex des bushido repräsentiert. Ähnlich wie der Räuber Tajumaro in Rashomon ist er sehr expressiv in seiner Körpersprache, trägt keine traditionelle Kleidung und wirkt auch sonst meist verroht. Im Laufe des Kampfes wächst er über sich hinaus, muss aber sein Leben lassen. Mifune bekam von Kurosawa während der 148 Drehtage viel Raum zur schauspielerischen Improvisation. Die Tōhō Studios sahen mit Sorge, wie das Budget immer weiter ausuferte, als Kurosawa ein ganzes Dorf für den Film auf der Halbinsel Izu aufbauen und wieder zerstören ließ. Die finale Schlacht sollte ursprünglich im Spätsommer gedreht werden, musste dann aber in winterlicher Kälte im Februar umgesetzt werden. Um den Schauspielern viel Raum für Improvisation zu geben und lange Szenen am Stück zu drehen, um die Authentizität zu erhöhen, entschied sich Kurosawa, mehrere Kameras mit langen Brennweiten einzusetzen, die sich nicht gegenseitig und den Akteuren in den Weg kommen würden. Auf diese Weise entwickelte er einen Stil, den er in den folgenden Jahren noch ausdifferenzierte.

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