Kagemusha – Der Schatten des Kriegers

Kagemusha

Japan/USA 1980

Deutscher Titel: Kagemusha – Der Schatten des Kriegers

Länge: 179 Minuten (japanische Fassung) / 159 Minuten (Exportversion).

Regie: Akira Kurosawa

Drehbuch: Masato Die, Akira Kurosawa

Produktion: Akira Kurosawa, Francis Ford Coppola, George Lucas

Musik: Shinichiro Ikebe

Kamera: Takao Saito

Schnitt: Don Guidice, Thomas Stanford, Fredric Steinkamp

Besetzung: Tatsuya Nakadai (Shingen / Kagemusha), Tsutomu Yamazaki (Nobukado Takeda), Hagiwara Kenichi (Katsuyori Takeda), Jinpachi Nezu (Sohachiro Tsuchiya), Hideji Otaki (Masakage Yamagata), Daisuke Ryu (Nobunaga Oda), Masayuki Yui (Ieyasu Tokugawa), Momoi Kaori (Otsuyanokata), Mitsuko Baisho (Oyunokata), Hideo Murota (Nobufusa Baba), Takayuki Shiho (Masatoyo Naito), Koji Shimizu (Katsusuke Atobe), Noburo Shimizu (Masatane Hara), Yamamoto Sen (Nobushige Oyamada), Shuhei Sugimori (Masanobu Kosaka).

Anmerkung: Japan 1572: Es herrscht eine Blutfehde zwischen den verfeindeten Clans der Städte Kamakura und Kyōto. Das Heer des Takeda-Clans bleibt siegreich, woraufhin der geschwächte Tokugawa-Clan seine Beziehungen zu portugiesischen Missionaren nutzt, seine Armee mit Musketen auszurüsten – ein enormer strategischer Vorteil gegenüber den konventionell bewaffneten Feinden. Fürst Shingen begnadigte einen alten Taschendieb, der zum Tode verurteilt war, denn dieser Mann ist sein perfekter Doppelgänger ist. Er will ihn zum „Kagemusha“ machen, zum „Schatten des Kriegers“, dem Stellvertreter. In einer unvorsichtigen Situation wird Takeda angeschossen und sein Double nimmt seine Position ein. Als der Fürst stirbt, wird seine Leiche mit Lack überzogen, und in voller Rüstung in eine riesige Urne eingeschlossen, die, in ein Tuch mit seinen Ehrenzeichen gewickelt, heimlich im Biwa-See versenkt wird. Der Kagemusha wächst nur zögerlich in seine neue Aufgabe hinein und wird von Alpträumen geplagt, doch mehr und mehr übernimmt er Takedas Machtposition und plädiert auf eine Friedenspolitik. Als er auch das Pferd seines Vorgängers nutzen möchte, verrät er sich jedoch, denn das Pferd scheut vor dem Doppelgänger und wirft ihn ab. Angetrieben von dem ohnehin eifersüchtigen Sohn Katsuyori Takeda wird der Bettler verstoßen. Katsuyori übernimmt die Leitung des Clans und führt nun die Kriegspolitik des Vaters fort. Er überzeugt seine Verbündeten zu einem neuen Angriff auf die Provinzen der Kansai-Gegend um Kyōto. Inzwischen haben die Verbündeten von Tokugawa aufgerüstet und bringen dem Takeda-Clan eine verheerende Niederlage bei. All dies verfolgt der ehemalige Kagemusha, der, völlig verwahrlost, nicht mehr aus seiner Rolle herausfindet. Nach der verlorenen Schlacht greift er sich von einem toten Samurai die Waffe und das Banner und stürmt auf die Palisaden der Verteidiger zu. Tödlich getroffen und blutüberströmt watet er zwischen den Leichen durch den Fluss, wo er im Wasser die Flagge des Fürsten schwimmen sieht. Wenige Augenblicke später treibt seine Leiche daneben. – Mit dem epischen jidai-geki Kagemusha kehrte Akira Kurosawa auf die internationalen Leinwände zurück und bekam umgehend die ‚Goldene Palme’ in Cannes verliehen. Dabei entstand der Film als japanisch-amerikanische Koproduktion: George Lucas und Francis Ford Coppola hatten 20th Century Fox überzeugt, die Weltrechte zu kaufen. Inhaltlich basiert der Film auf tatsächlichen historischen Ereignissen, vor allem der Schlacht von Nagashino 1575. Die Inszenierung folgt streng den verfügbaren Protokollen. Kurosawa hatte den Film ursprünglich komödiantisch angelegt und den berühmten Komiker Shintaro Katsu in der Titelrolle vorgesehen, er ersetzte ihn jedoch vor Dreharbeiten mit seinem Stammschauspieler Tatsuya Nakadai, der den Fürsten Takeda und den Kagemusha in einer Doppelrolle spielt. Auch Takashi Shimura ist in Kagemusha ein letztes mal in einem Kurosawa-Film zu sehen,  sein Auftritt als Diener, der einen westlichen Arzt begleitet, ist jedoch nur in der langen japanischen Version zu sehen. Laut George Lucas, verwendete Kurosawa 5000 Statisten für die letzte Schlachtsequenz bei den Dreharbeiten, dann schnitt er diesen Moment auf 90 Sekunden in der endgültigen Version. Ähnlich wie in Rotbart schien er das allzu offensichtliche Spektakel vermeiden zu wollen. Kagemusha hatte seine Premiere im Yurakuza Theater in Tokio am 27. April 1980, zu der sich zahlreiche Bewunderer versammelten (darunter Coppola, William Wyler, Arthur Penn, Sam Peckinpah, Terence Young, James Coburn und Peter Fonda).

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