Die Bösen schlafen gut

Warui Yatsu Hodo Yoku Nemuru

Japan 1960

Deutscher Titel: Die Bösen schlafen gut

Länge: 151 Minuten (135 Minuten gekürzt)

Regie: Akira Kurosawa

Produktion: Akira Kurosawa, Tomoyuki Tanaka

Musik:  Masaru Satō

Kamera: Yuzuru Aizawa

Schnitt: Akira Kurosawa

Besetzung: Toshiro Mifune (Kôichi Nishi), Masayuki Mori (Public Corporation Vice President Iwabuchi), Kyōko Kagawa (Yoshiko Nishi), Tatsuya Mihashi (Tatsuo Iwabuchi), Takashi Shimura (Administrative Officer Moriyama), Kô Nishimura (Contract Officer Shirai), Takeshi Katô (Itakura), Kamatari Fujiwara (Assistant-to-the-Chief Wada), Chishû Ryû (Public Prosecutor Nonaka), Seiji Miyaguchi (Prosecutor Okakura), Kôji Mitsui (Reporter A), Ken Mitsuda (Public Corporation President Arimura), Nobuo Nakamura (Legal Adviser), Susumu Fujita (Detektiv), Kōji Nanbara (Prosecutor Horiuchi).

Anmerkung: Im Nachkriegs-Japan wird gegen die Korruption eines Bauunternehmens ermittelt. Zwei Angestellte werden verdächtigt, aber wieder freigelassen. Einer von beiden bringt sich um, der andere, Wada, wird bei seinem Selbstmordversuch am Fuji-san von dem aufrechten Sekretär des Firmenpräsidenten Iwabuchi, Koichi, überrascht. Koichi versucht, seine Position im Herzen eines korrupten Unternehmens zu nutzen, um die Schuldigen zu entlarven – jene Männer, die für den Tod seines Vaters verantwortlich sind. Wadas Tod wird vorgetäuscht, aber mir dem ‚lebenden Toten’ an der Seite jagt Koichi den Firmenleuten Angst ein. Er rettet den korrupten Shirai, treibt ihn aber bewusst in den Wahnsinn. Aus Liebe zu Iwabuchis Tochter Keiko verzichtet Koichi auf weitere Rache und will nur das Betrugssystem aufdecken. Dazu entführt er den Firmendirektor Moriyama, um ihn zum Geständnis zu zwingen. Gerade als der Betrug aufgeklärt scheint, stürmen Iwabuchis Männer das Versteck und töten Koichi und Wada. Der Betrug wird nie ans Licht kommen. – Die Bösen schlafen gut war die erste Koproduktion zwischen Kurosawas neu gegründeten Unternehmen und Tōhō. Die Idee für den Film kam von Kurosawas Neffen Mike Inoue, der jedoch keinen Credit im Vorspann erhielt. Kurosawa hatte das finale Script zusammen mit einigen anderen Autoren völlig umgeschrieben und mit Ideen aus Shakespeares „Hamlet“ verschmolzen. Kurosawas Leitidee basierte auf dem Sprichwort über die Geschäftswelt: „Es ist ein Dschungel da draußen.“ Er beschloss, diese Idee wörtlich zu nehmen und inszenierte den Film mit Elementen einer Dschungelatmosphäre: perkussive Musik, brütende Luftfeuchtigkeit, die sich in Dauerregen entlädt und ein blattwerkartiges chiaroscuro in der Lichtgestaltung. Deutlicher als zuvor knüpft Kurosawa so zugleich an den amerikanischen Film noir an, wie man ihn von Jacques Tourneur (Out of the Past / Goldenes Gift, 1945) kennt: mit buchstäblich zwielichtigen Bildkompositionen, ambivalenten Charakteren, einer durch und durch von Korruption geprägten Gesellschaft – finsteren Seelenlandschaften  also, die ein pessimistisches Bild der japanischen Gegenwart des Jahres 1960 zeichnen.

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