Ein wunderschöner Sonntag

Subarashiki Nichiyobi

Japan 1947
Deutscher Titel: Ein wunderschöner Sonntag
Länge: 108 Minuten
Regie: Akira Kurosawa
Produktion: Sojiro Motoki
Drehbuch: Akira Kurosawa, Keinosuke Uegusa
Musik:  Tadashi Hattori
Besetzung: Chieko Nakakita (Masako), Isao Numasaki (Yuzo), Midori Ariyama (Sono, Yamiya’s Geliebte), Masau Smikizu (Tanzhallenmanager), Ichiro Sugai (Yamiya, Schwarzmarkthändler).

Anmerkung: Das junge Paar Yuzo und Masako ist an einem Sonntagmorgen in der Stadt verabredet, um einen Tag ohne Sorgen und Not zu verbringen. Leider stehen ihnen nur 35 Yen zur Verfügung, eine geringe Summe für gemeinsame Unternehmungen. Und der Tag nimmt bereits zu Beginn eine unglückliche Wendung: Beim Ballspiel mit einigen Jungen beschädigt Yuzo versehentlich einen Kiosk und muss den Schaden bezahlen. Auch der spontane Zoo-Besuch verläuft ernüchternd, denn der Krieg hat den Zoo entvölkert. Aufkommender Regen verschlechtert die Situation, denn Geldmangel lässt sogar den Cafébesuch zur Artutserfahrung werden. Der Versuch, noch Tickets für Schuberts Unvollendete Sinfonie zu bekommen, endet im Fiasko: Als Yuzo die Tickets von Schwarzmarkthändlern erstehen möchte, wird er stattdessen zusammengeschlagen. Masako muss ihren frustrierten Geliebten immer wieder aufbauen. Der Film endet in einem leeren Amphitheater, wo Yuzo zu Masakos Vergnügen ein imaginäres Orchester zu dirigieren beginnt. Auf der Tonspur ist nun Schuberts Unvollendete zu hören… Nach Kein Bedauern für meine Jugend schlug Kurosawa erneut einen neuen Weg ein: Er drehte ein melancholisches Melodram im Stil seines Lehrmeisters Kajiro Yamamoto. Den Film zeichnet der ständige Kampf um eine optimistische Lebenshaltung aus, die in unterschiedlichen Situationen auf die Probe gestellt wird. Wie auch in späteren Filmen bis hin zu Madadayo ist es die Kraft der Imagination, in der hier Hoffnung liegt – ausgeführt in der langen Schlusssequenz im Amphitheater. Auch dieser Film zeigt in seiner sozialkritischen Ausgangssituation und alltagsorientierten Umsetzung Anklänge an den neorealistischen Nachkriegsfilm, der an Originalschauplätzen gedreht eine Gesellschaft am Rande der Armut zeigt.

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